Wiko Highway Pure – Test / Review / Testbericht

VORWORT

Nachdem wir zuletzt das Wiko Rainbow Lite im Test hatten, folgt nun wieder ein Gerät der Highway Serie. Wir hatten die Möglichkeit, für euch das in der gehobenen Mittelklasse angesiedelte Wiko Highway Pure zu testen. Ganz besonderes Feature des Geräts: Eine Dicke (oder eher Dünne ;)) von 5,1 Millimetern. Wie üblich wollen wir euch aber zuerst über die wichtigsten technischen Spezifikationen bescheid geben.

  • Qualcomm Snapdragon 410 1,2 GHz Prozessor
  • Zwei GB RAM
  • rückseitige 8 Megapixel Kamera
  • 4,8 Zoll 1280 x 720 Pixel AMOLED Display
  • 16 GB interner Speicher ohne microSD-Karte
  • LTE

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Vielen Dank an Wiko Germany, die uns das Highway Pure als Testgerät zur Verfügung gestellt haben!

VERPACKUNG & LIEFERUMFANG

Das Highway Pure befindet sich in einem schwarzem Karton. Auf der Vorderseite gibt es den Schriftzug sowie das Gerät (seitlich) zu sehen und auf der Rückseite sind die wichtigsten technischen Daten sowie alle verschiedenen Farben aufgelistet. An der Seite gibt es den Schriftzug, das Wiko Logo, wichtige Informationen und die technischen Spezifikationen zu sehen.

Wiko Highway Pure Test

Die Verpackung

Im Lieferumfang ist sehr viel enthalten. Neben dem Handy gibt es einen SIM-Karten-Öffner, eine Schutzhülle, Kopfhörer und ein Ladekabel (Netzteil + USB Kabel). Außerdem gibt es eine Kurzanleitung, Garantiehinweise und SIM-Karten-Adapter.

Die Kopfhörer haben keine überragende Qualität, sind aber auch nicht schlecht. Wer viel Musik hört, sollte sich Kopfhörer von Drittanbietern kaufen. Wer jedoch nur ab und zu Audio wiedergibt, der ist mit den im Lieferumfang enthaltenen Wiko-Kopfhörern sicherlich zufrieden.

Die Schutzhülle ist ebenfalls eine nette Geste, auch wenn sie nur aus dünnem, nicht sehr wertigem, Plastik besteht. Leider war sie zumindest bei unserem Testsample etwas zu klein, so dass sie nicht ganz ans Handy gepasst hat. Dadurch war das Highway Pure auf der Unterseite nicht richtig geschützt, was eher unvorteilhaft ist.

Wiko Highway Pure Test

Der Lieferumfang des Highway Pures

Insgesamt kann man aber trotzdem sagen, dass der Lieferumfang – insbesondere für ein Gerät, welches derzeit rund 200 bis 240€ kostet, recht ordentlich und nicht selbstverständlich ist. Auch die Verpackung ist gelungen und nicht öde.

 

 

VERARBEITUNG & DESIGN

5,1 Millimeter – So dünn ist das Wiko Highway Pure! Das ist wirklich enorm dünn und stellt alles in den Schatten, was ich bisher erlebt habe. Zudem wiegt es nur 98 Gramm, was ebenfalls ein Top-Wert ist. Diese beiden Eigenschaften merkt man auch im allgemeinen Handling. Das Gerät liegt unfassbar gut in der Hand und wenn man einmal daran gewöhnt ist, fühlt sich selbst ein iPhone 6 extrem klobig und schwer an (das habe ich selbst getestet 😉 ). Auch das Design des Wiko Highway Pure ist in meinen Augen wunderschön. Zwar ist die Rückseite nur aus Plastik mit Glasoptik, doch dass vergisst man schnell. Auch die Seiten sehen wegen des Aluminiumrahmens sehr schön aus.

Wiko Highway Pure Test

Die Seite des Highway Pures

Gar nicht schön ist, dass das Handy einen sehr großen Rahmen um das Display hat. Das wird vermutlich wegen der enormen Dünne so sein, denn irgendwo müssen die Komponenten ja hin. Leider hat das Highway Pure dadurch aber – für ein 4,8 Zoll Gerät – viel zu große Maße von 141,9 x 68,1 x 5,1 Millimetern. Es ist damit genau so groß wie das Ridge (5 Zoll) und sogar größer als mein Xiaomi Mi4 (5 Zoll)!

Wiko Highway Pure Test

Nach Abzug von Rahmen, Softkeys und Benachrichtigungsleiste bleibt noch so viel, wie der weiße Bildschirm zeigt, vom Display übrig.

Die Verarbeitung hingegen ist sehr gut. Es knarzt nichts, es wackelt nichts. Nicht einmal der Autofokus macht Geräusche. Man sieht keine Spaltmaße und alles sitzt perfekt im Gehäuse. So muss das sein, top!

Wiko Highway Pure Test

Die untere Rückseite des Highway Pures

Etwas fehl am Platze ist leider der Lautsprecher. Dieser ist hinten in das Gerät eingesetzt und spielt so Töne, sofern das Handy auf der Rückseite liegt, nur ganz leise ab. Hier wäre ein Platz am unteren Rand deutlich besser gewesen – Was aber wohl wegen der geringen Dünne nicht möglich war.

Wiko Highway Pure Test

Die Rückseite des Gerätes

Insgesamt schneidet das Highway Pure in diesem Testbereich mit „in Ordnung“ ab. Meines Erachtens sollte es lieber ein paar Millimeter dicker sein, dann hätte man weder das Problem mit dem Lautsprecher, noch mit dem sehr großen Rahmen und zu kleinem Akku (dazu später mehr). Dafür ist aber das Design sehr chick und die Verarbeitung excellent.

SOFTWARE

Beim Wiko Highway Pure kommt neben Android 4.4.4 KitKat auch die mittlerweile recht gut bekannte Wiko UI zum Einsatz. Konnte ich mich mit dieser schon auf dem Ridge nicht richtig anfreunden, sieht es beim Highway Pure leider nicht besser aus. Auch hier gibt es haufenweise Bugs, die ziemlich nervig sind.

Fangen wir bei der Kamera-App an. Diese wurde von Wiko etwas umfunktioniert und hat einige neue Features und ein anderes Design bekommen. Die meisten Dinge funktionieren auch, jedoch gibt es einige Fehler, die in den internen Tests hätten auffallen müssen. Schießt man beispielweise ein Bild mit HDR, so gibt es neben dem HDR-Foto auch noch ein normales Bild, ohne HDR. Das ist ziemlich nervig, da man dann immer das normale Bild löschen muss.

Wiko Highway Pure Test

Die Einstellungen

Weiter geht es mit der Lautstärke-Regelung. Eigentlich eine ganz normale Sache, wenn da nicht dieser blöde Bug wäre. Bei einigen Lautstärken (bei welchen genau, dahinter bin ich bis heute nicht gekommen) geht die Lautstärkeregelung erst nach rund 10 Sekunden, also einer gefühlten Ewigkeit, weg. Vereinzelt kann es sogar passieren, dass der Volumenanzeiger gar nicht verschwindet und man erst den Bildschirm ausschalten muss.

Einige positive Aspekte gibt es aber natürlich auch. So finde ich es zum Beispiel sehr schön, dass Wiko eine weitere Displaysperre – nämlich Magic Unlock – eingebaut hat. Damit ist es möglich, auf dem Sperrbildschirm bestimmte Symbole zu zeichnen, die dann bestimmte Apps öffnen. Auch die Integration von Dirac HD Sound ist sehr löblich.

Nicht so schön dagegen ist, dass es wieder einige Stellen gibt, an denen Englisch oder sehr fragwürdiges Deutsch zum Einsatz kommt. Mittlerweile sollte man auf so etwas meiner Meinung nach wirklich achten. Ein weiterer, jedoch nicht störender Bug, gestaltet sich darin, dass manchmal ohne ersichtlichen Grund die ‚Zurück‘-Taste eine andere Farbe bekommt. Ich habe wirklich keine Ahnung wieso, nach einer gewissen Zeit geht es aber wie von Zauberhand wieder weg.

Beim Launcher ist es weiterhin beim nicht vorhandenen App-Drawer geblieben. Ob man das mag, ist Ansichtssache. Mich stört es überhaupt nicht, andere hingegen schon. Die Lösung ist jedoch recht simpel, einfach einen alternativen Launcher wie den Google Now Launcher aus dem Google Play Store installieren und schon hat man einen App Drawer.

Wiko Highway Pure Test

Der Launcher

Das Design ist leider immer noch nicht wirklich ansprechend gestaltet. Die Symbole und Hintergründe gehen zwar vollkommen in Ordnung, Apps wie der Musik-Player oder die Video-App sehen aber nicht mehr zeitgemäß aus. Ich bin aber recht zuversichtlich, dass sich da insbesondere mit Android Lollipop bald etwas ändert und hoffe, dass Wiko dem System einen frischen Look verpasst.

DISPLAY

Beim Highway Pure kommt auf der Vorderseite ein 4,8 Zoll AMOLED Display zum Einsatz. Zwar löst es ’nur‘ mit 1280 x 720 Pixeln, also HD, auf, es ist jedoch alles andere als schlecht. Die Farben wirken sehr lebhaft und auch einzelne Pixel lassen sich schwer erkennen. Der Touchscreen reagiert wunderbar und auch das Ablesen unter hellem Licht gestaltet sich als nicht kompliziert. Lediglich in Dunkelheit ist das Display meines Erachtens ein wenig zu hell, aber dass ist meckern auf hohem Niveau.

Wiko Highway Pure Test

Das Display

Ein bisschen was kann man in den Einstellungen auch am Display noch verändern. So hat man die Möglichkeit, entweder Standard oder Lebhaft auszuwählen. Wem das nicht reicht, der kann auch noch manuell Farbton, Sättigung, Kontrast und Intensität auswählen.

Wiko Highway Pure Test

Displayeinstellungen

AKKU

Der Akku ist leider meine allergrößte Sorge beim Highway Pure. Dass bei einer Dünne von grade einmal 5,1 mm nicht viel Platz für den Akku ist, sollte wohl jedem klar sein. Umso beachtlicher finde ich es, dass man es trotzdem geschafft hat, einen 2000 mAh Akku zu verbauen. Leider hilft das aber auch nicht viel, denn bei normaler Nutzung kommt man ohne Power Bank schlicht und einfach nicht über den Tag. Das ist wirklich sehr schade, da das Gerät ja sonst einen durchaus soliden Eindruck macht.

In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass der Akku in rund elf Stunden von 100% auf 2% gefallen ist. Dabei war das Display jedoch nur 2,5 Stunden an, was wirklich nicht viel ist.

Möglicherweise kommt mit Android Lollipop und Project Volta noch mal eine kleine softwareseitige Verbesserung. Wunderlaufzeiten darf man sich aber auch dann nicht versprechen, denn wo kein Platz für einen großen Akku ist, da darf man auch keine große Leistung erwarten.

Einen positiven Punkt gibt es aber dennoch, trotz fehlendem Quick Charge lässt sich das Highway Pure sehr schnell aufladen. Das ist besonders in Situationen, in denen man nur kurz eine Stromquelle zur Verfügung hat, sehr geeignet.

PERFORMANCE & LEISTUNG

Mit der Performance und Leistung kann das Highway Pure glänzen. Zwar sind mit dem Qualcomm Snapdragon 410 1,2 GHz Quad Core Prozessor und zwei GB Arbeitsspeicher keine High-End Komponenten verbaut, für alle normalen Aufgaben reichen sie jedoch vollkommen aus. Ich habe in meinem Test kein einziges mal einen wirklichen Ruckler gehabt, oder musste lange auf das Öffnen einen App warten. Auch aufwendige Spiele konnte ich ohne Problem ausführen. Beim Mulitasking sieht es genau so gut aus, auch mehrere Apps sind kein Problem.

Beim Benchmarkdienst AnTuTu hat das Highway Pure 18880 Punkte erreicht. Das ist ein durchaus solider Wert, der für ein Mittelklasse-Gerät vollkommen in Ordnung geht.

Wiko Highway Pure Test

18800 Punkte bei AnTuTu

Schon bald soll Android 5.0 Lollipop für das Wiko Highway Pure erscheinen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich dann die Performance noch einmal verbessert. Der Grund: Der Verbaute Prozessor ist 64-Bit fähig, doch diese Fähigkeit wird erst ab Lollipop unterstützt.

KAMERA

Wiko hat im Highway Pure auf der Rückseite einen 8-Megapixel IMX219 Sensor von Sony verbaut. Zuerst klingen acht Megapixel nach ganz schön wenig, doch wer sich ein bisschen mehr mit Kameras beschäftigt, weiß: Megapixel sind nicht alles. Das Wiko Highway Pure ist wohl ein guter Beweis dafür. Die Bilder gelingen sehr gut. Egal ob als HDR-Aufnahme, normal, unter gutem Licht, unter schlechtem Licht oder mit Blitz.

Lediglich die Kamera-App könnte man noch – besonders in Bezug auf Design – ein wenig verbessern. Dann wäre sicherlich auch der Autofokus noch ein bisschen schneller, der derzeit noch eine ganz kurze Bedenkzeit benötigt.

Wiko Highway Pure Test

Die Kamera-App

Videos können außerdem in Full HD aufgenommen werden. Auch diese haben eine gute Qualität, man kann sich definitiv nicht beklagen. Das Bild ist vollkommen in Ordnung und auch am Ton kann man nichts aussetzen.

Bei der Frontkamera sieht es ähnlich aus. Auch diese liefert passable Bilder, die „als Selfies zwischendurch“ ohne Probleme reichen. Das einzige Manko sind hier die Videos, jene können vorne leider nicht in Full-HD, sondern nur in HD aufgenommen werden.

ALLTAGSGEBRAUCH

Reicht das Highway Pure für den Alltagsgebrauch aus? Jain! Zwar hat man weder Probleme mit Performance oder Display, aber das nützt leider auch nichts, wenn der Akku alle ist. Wer jedoch sowieso immer eine Power Bank dabei hat, der kann beruhigt sein. Denn dann ist das Handy wirklich zu gebrauchen, was auch an der geringen Dünne und der Leichtigkeit liegt.

Das Surfen geht dank LTE super schnell und Schnappschüsse mit der Kamera sind kein Problem. Der Lautsprecher ist sehr laut, so dass man wirklich jeden Klingelton hört. Sonneneinstrahlung ist kein Problem, das Display kann man immer gut ablesen.

Wiko Highway Pure Test

Der Sperrbildschirm

Leider gibt es kein Dual SIM und auch der Speicher ist mit 16 GB doch sehr klein geraten. Mich persönlich stört beides nicht, ich bin mir aber sicher, dass es da definitiv gegensätzliche Meinungen gibt.

Ab und zu wird das Highway Pure etwas warm, von einer wirklichen Hitze-Entwicklung kann man aber nicht sprechen. Das heißt, man braucht auch keine Angst vor Folgeschäden durch Verbrennungen zu haben. 😉

FAZIT

Das Highway Pure ist ein gutes Gerät, welches durchaus potential zu einem sehr guten Gerät hätte! Leider hat es jedoch einen gravierenden Nachteil: Den Akku. Wer aber, wie ich während dieses Tests, immer eine Power Bank dabei hat, der bekommt mit dem nur 5,1mm dünnem und 98 Gramm schweren Handy ein sehr gutes Gesamtpaket!

Das Design ist super toll, genau wie die Verarbeitung. Das Display ist ausgezeichnet und die Kamera macht ebenfalls gute Fotos. Der Lautsprecher ist laut, und die Hardware leistungsfähig. Nur die Software ist noch ausbaufähig, doch schon bald wird ein Update auf Lollipop erscheinen.

Wiko Highway Pure Test

Noch wird das Highway Pure mit KitKat ausgeliefert

Der Preis ist mit 240 Euro ebenfalls sehr fair angesetzt. Wär‘ das Highway Pure jetzt noch ein paar Millimeter dicker und hätte dafür einen besseren Akku, dann hätte Wiko hier ein ganz heißes Ding auf dem Markt. So kann ich nur sagen, dass man beim Kauf auf keinen Fall ein schlechtes Smartphone bekommt, man sich aber im klaren sein muss, dass man besser eine Power Bank dabei hat.

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Anonymous
Schüler, Android Enthusiast, Wiko Besitzer, 15 Jahre alt
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Vincent

Schüler, Android Enthusiast, Wiko Besitzer, 15 Jahre alt

2 Antworten

  1. pat pat sagt:

    sehr schöner test, ich habe selber das pure… ich finde auch das es ein tolles gerät ist, jedenfalls für alle die wert auf das aussehen des smartphone legen und denen die gamingleistung nicht ganz so wichtig ist. wann kommt denn nun android 5?

    gruß

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